Der Intune-Sync-Button weckt endlich die IME: Was Service Release 2607 an Win32 und Scripts ändert

Der Sync-Button im Intune Admin Center hatte lange ein Doppelleben. Für MDM-Policies tat er, was er versprach: Gerät checkt ein, holt Konfigurationsprofile, Compliance und Zertifikate. Für die andere Hälfte deiner Zuweisungen tat er nichts.
Win32-Apps, PowerShell-Skripte, Remediations, die Discovery-Skripte der Custom Compliance. All das läuft über die Intune Management Extension, kurz IME. Und die IME hat sich um deinen Sync-Klick nie geschert. Du hast eine Win32-App zugewiesen, im Admin Center auf Sync gedrückt und dann gewartet. Auf den nächsten IME-Zyklus. Bis zu acht Stunden.
Service Release 2607 räumt genau damit auf.
Warum der Sync für die IME bisher nichts tat
Intune verwaltet ein Windows-Gerät über zwei getrennte Kanäle, und dieser Punkt erklärt fast jedes Sync-Missverständnis.
Der erste Kanal ist der MDM-Stack. Darüber laufen Konfigurationsprofile, Compliance Policies, Zertifikate und die meisten Einstellungen. Der Sync im Admin Center und in der Windows-Einstellungen-App hat immer diesen Kanal angestoßen.
Der zweite Kanal ist die IME. Sie ist ein eigener Agent mit eigenem Dienst, IntuneManagementExtension, und einem eigenen Takt. Laut Microsoft meldet sich die IME unabhängig alle acht Stunden bei Intune, um neue oder geänderte Installationen abzuholen. Dieser Check-in ist bewusst vom MDM-Check-in entkoppelt.
Genau diese Entkopplung war der Haken. Microsoft hat es in der Doku sogar ausdrücklich vermerkt: Der Sync aus der Einstellungen-App oder aus Geräte im Admin Center stößt einen MDM-Check-in an, erzwingt aber keinen IME-Check-in. Wer die IME sofort wecken wollte, hatte drei Wege, und keiner davon war der offensichtliche Sync-Button.
Die alten Workarounds, die jeder Endpoint-Admin kennt
Wenn der Sync die IME nicht weckt, entwickelt man Rituale. Drei davon haben sich eingebürgert.
Der erste Weg führt über das Company Portal. Dessen Sync unter Einstellungen hat im Gegensatz zum Admin-Center-Sync immer beide Kanäle angestoßen, MDM und IME. Nur sitzt das Company Portal auf dem Gerät des Benutzers, nicht in deiner Konsole.
Der zweite Weg ist der Neustart des Dienstes IntuneManagementExtension. Ein Restart-Service IntuneManagementExtension in einer administrativen PowerShell erzwingt sofort einen IME-Check-in. Zuverlässig, aber du brauchst lokalen oder Remote-Zugriff auf das Gerät.
Der dritte Weg ist schlicht Geduld. Acht Stunden warten und hoffen, dass niemand in der Zwischenzeit fragt, warum die App noch nicht da ist.
Was Service Release 2607 ändert
Im What's New zur Woche vom 27. Juli 2026 steht der Eintrag Improved on-demand device sync for Windows devices. Der Kern in Microsofts eigenen Worten: Wenn du im Admin Center die Geräteaktion Sync auswählst, startet Intune jetzt eine vollständige Synchronisierung über die zentralen Workloads hinweg, ausdrücklich inklusive Apps und Skripten. Genau die Workloads also, die auf der IME liegen.
Damit erreicht der Sync-Button endlich beide Kanäle. Ein Klick, und Konfiguration, Compliance, Win32-Apps, Skripte und Remediations werden gemeinsam angestoßen. Microsoft nennt als Einsatzzweck genau die Situationen, in denen das bisher wehtat: Troubleshooting, Incident Response und dringende Rollouts.
| Workload | Sync früher | Sync ab SR 2607 |
|---|---|---|
| Konfigurationsprofile, Compliance | Sofort über den MDM-Kanal. | Unverändert sofort. |
| Win32-Apps | Erst beim nächsten IME-Zyklus. | Wird mit angestoßen. |
| PowerShell-Skripte | Erst beim nächsten IME-Zyklus. | Wird mit angestoßen. |
| Remediations | Erst beim nächsten IME-Zyklus. | Wird mit angestoßen. |
Praktisch heißt das: Der Restart-Service-Griff und die Warterei auf den Achtstundentakt fallen für den manuell ausgelösten Fall weg. Du klickst Sync und die IME wacht auf.
Woran du den neuen Sync erkennst
Für Windows-Geräte gibt es im Geräteüberblick einen Tab Device sync status. Dort verfolgst du, welche Workloads der Sync gerade abarbeitet. Wenn dieser Tab bei deinen Geräten auftaucht, ist der erweiterte Sync für den Tenant da.
Wo die Grenzen liegen
Der neue Sync ist ein On-Demand-Werkzeug, kein neuer Zeitplan. Er ändert nichts am unbeaufsichtigten Betrieb.
Der unabhängige IME-Takt bleibt die Grundlage. Ohne dein Zutun holt sich die IME neue Zuweisungen weiter über ihren eigenen Zyklus, nicht öfter. Der erweiterte Sync hilft dir genau dann, wenn du bewusst auf den Knopf drückst, etwa im Incident oder beim Test einer frischen Win32-Zuweisung.
Die Funktion ist zudem auf Windows begrenzt. Der beschriebene Workload-übergreifende Sync und der Device-sync-status-Tab gelten laut Microsoft nur für Windows-Geräte.
Gestaffelter Rollout, prüfe deinen Tenant
Wie üblich rollt Microsoft die Funktion schrittweise aus. Verlasse dich in einem Rollout-Plan erst dann auf den erweiterten Sync, wenn du den Device-sync-status-Tab in deinem Tenant siehst und ein Testgerät den Ablauf bestätigt hat.
So testest du es sauber
Einordnung
Wer den Sync-Takt von Intune schon einmal auseinandergenommen hat, weiß, dass der Sync-Button nie ein einzelner Schalter war, sondern ein Bündel aus Kanälen mit unterschiedlichem Tempo. Der langsamste und undurchsichtigste Teil war die IME. Genau deshalb ist diese kleine Zeile im What's New mehr wert, als sie klingt.
Und wenn dich beim Starren auf ein Gerät, das partout nicht installieren will, schon einmal die Frage beschäftigt hat, warum sich Intune so verdammt langsam anfühlt: Dieser Achtstundentakt war eine der ehrlichsten Antworten darauf. Der Sync-Button, der ins Leere lief, war das Symptom, das man am häufigsten gesehen hat. Der erweiterte Sync nimmt der Klage genau diesen Beleg.
Es ist keine neue Superfunktion. Es ist das Schließen einer Lücke, die Endpoint-Admins jahrelang mit Dienst-Neustarts und Geduld überbrückt haben.
Fazit
Ab Service Release 2607 macht der Sync im Admin Center für Windows das, was die meisten immer erwartet haben. Ein Klick stößt Konfiguration und die IME-Workloads gemeinsam an, und Win32-Apps, Skripte und Remediations warten nicht mehr auf den nächsten Zyklus.
Der unbeaufsichtigte Betrieb bleibt beim gewohnten IME-Takt, die Funktion ist Windows-only und rollt gestaffelt aus. Prüf also erst deinen Tenant über den Device-sync-status-Tab, bevor du den Restart-Service-Reflex endgültig ablegst.
Danach darfst du den alten Workaround vergessen. Der Sync-Button meint es endlich ernst.